Rostocker Verein „rat + tat e. V.” feiert sein 30-jähriges Bestehen

Am 2. März 2020 wird groß gefeiert, denn an diesem Tag jährt sich die Gründung von „rat + tat e. V. – Verein für geschlecht­liche und sexuelle Vielfalt“ zum dreißigsten Mal. Der gemeinnützige, größte queere Verein Mecklenburg-Vorpommerns blickt jetzt auf drei Jahrzehnte erfolgreicher Aufklärungs- und Beratungstätigkeit für Jung und Alt zurück.

Der runde Geburtstag ist Anlass, im altehrwürdigen Ambiente des Rathauses der Hanse- und Universitätsstadt Rostock mit prominenten Redner*innen, geladenen Gästen und Vereinsmitgliedern zu feiern: Sozialministerin Stefanie Drese; Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn; Sebastian Witt, Vorsitzender, LSVD-LV LSBTI* MV Gaymeinsam e. V. und Claudia Müller (MdB) sprechen Grußworte. Stärker in die Tiefe gehen wird Dr. Florian Ostrop – Historiker, Geschäftsführer Stiftung Mecklenburg und Projektleiter „Queer im Museum“ – in seinem Festvortrag „Am Ende und Anfang wichtiger Wege: die Gründung des Vereins rat + tat e. V. 1990“.

Dass vor dem Rostocker Rathaus die Regenbogenflaggen für die LSBT*IQ-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen) wehen, ist eine besondere Freude für den Verein.

„rat + tat e. V. ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und wir wünschen uns, dass dies nicht nur in den nächsten 30 Jahren so bleibt”, so formuliert es ein Vorstandsmitglied. Nachzulesen im Vorwort des Flyers, den der Verein zur Festveranstaltung am 2. März 2020 herausgibt.

Veranstaltungen, Gruppen und Projekte – das vielfältige Vereinsangebot

Bei rat + tat e. V. erhalten Menschen Beratung, Begleitung und Informationen zu Themen wie sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität, Coming-out, Probleme in der Partnerschaft, Gewalt gegen Lesben, Schwule, Trans* und vieles mehr. Hier treffen sich verschiedene Interessen- und Freizeitgruppen wie die Jahresringe, eine Gruppe queerer Menschen im besten Alter; Lesben-, Bowling-, Spiele- und Wandergruppe oder Klönrunden.

Der Verein unterstützt regelmäßig die wichtigen queeren Veranstaltungen in Rostock. Beispiele sind die Organisation des IDAHOT (Internationaler Tag gegen Homo- und Transfeindlichkeit) im Mai 2020 und die Beteiligung am CSD (Christopher Street Day) am 18. Juli 2020. Auch beim Projekt „Queer im Museum” ist rat + tat e. V. dabei – Ausstellungseröffnung ist am 26. Juni 2020 im Kulturhistorischen Museum Rostock.

Im Rahmen des Projektes „Queerfeldein” werden Jugendliche und junge Erwachsene bei der Identitätsfindung, beim Coming-out, bei der Vermittlung von Ärzt*innen, Therapeut*innen und anderen Fachpersonen unterstützt. Dank Förderung durch das Rostocker Amt für Jugend, Soziales und Asyl werden Beratung und Gruppenangebote für die queere Jugend, für Trans*menschen und Eltern, Sensibilisierung und Präventionsarbeit an Schulen sowie Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht. Die Kooperation von rat + tat e. V. und li.wu. stößt auf großes Interesse. Im „Lichtspieltheater Wundervoll” gibt es monatlich einen queeren Film. Dabei wird eine große Bandbreite der Themen berücksichtigt und Interessierte können sich an der Auswahl beteiligen.

Aus der Vereinsgeschichte

Der am 2. März 1990 gegründete „Verein für Homosexuelle – Rat + Tat e. V.” wurde am 19. April desselben Jahres unter der Nr. 6 ins Vereinigungsregister des Kreis­gerichts Rostock-Stadt eingetragen. Grundlage hierfür bildete der bereits seit 1985 bestehende „AK Homosexualität” bei der ESG (Evangelische Studentengemeinde) Rostock.

Ab 1993 trug rat + tat e. V. dann fast 25 Jahre den Namenszusatz „Verein für Schwule und Lesben”, um schließlich 2018 zum heutigen „rat + tat e. V. – Verein für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt“ zu werden. Damit erweiterte der Verein sein Spektrum und passte sich aktuellen Gegebenheiten an.

Danksagung

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums dankt rat + tat e. V. dem Land Mecklenburg-Vorpommern, der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Vereinen wie Aktion Mensch und Deutsche Aidshilfe sowie weiteren Institutionen und Personen für die Förderung und nachhaltige Unterstützung.

Quell: Ulli (Vorstand)