Hermaphroditos und die Intergeschlechtlichkeit

Der Mythos von Hermaphroditos

Hermaphroditos, Sohn von Hermes und Aphrodite, verließ mit 15 Jahren das Ida-Gebirge um die Welt zu erkunden. Auf seiner Reise kam er an einer Quelle vorbei. Er zog seine Kleider aus und begab sich ins Wasser. Die Quellnymphe Salmakis beobachtete ihn und umwarb ihn schließlich mit ihren Künsten. Hermaphroditos wehrte sich, doch Salmakis, die sich in ihn verliebte ließ nicht locker. Sie betete die Götter an, dass sie sich mit ihm vereinigen kann. Die Götter kamen ihrem Wunsch nach und beide Körper verschmolzen miteinander. Es entstand ein zweigeschlechtliches Wesen, mit weiblichen Busen und männlichem Genital[1].

Im Alten Griechenland wurden Hermaphroditen wie Götter angesehen. Menschen mit körperlichen Merkmalen von Mann und Frau konnten nur göttlich sein, so die Annahme.

Diese Sicht wandelte sich jedoch über die Jahrhunderte. Mit der Verbreitung des Christentums setzte sich das Bild von zwei Geschlechtern durch. Männlich und weiblich. Hermaphroditen gerieten ins Visier der Kirche. Wurde eine Ehe zwischen Mann und Frau geschlossen und es stellte sich heraus, dass eine der beiden Personen ein Hermaphrodit ist, so wurden beide zum Tode verurteilt, sofern Ärzte der intergeschlechtlichen Person das gegenteilige Geschlecht der vorherigen Auslebung zugeschrieben haben. Als Beispiel: Mann und Inter*Frau sind verheiratet gewesen. Inter*Frau wird von den Ärzten als Mann eingeschätzt, so lag eine homosexuelle Ehe vor und beide wurden hingerichtet.  

Seit Dezember 2018 ist das Dritte Geschlecht in Deutschland anerkannt. Unter die Kategorie „divers“ finden nun u.a. auch intergeschlechtliche Menschen ein Feld zum Ankreuzen[2]. Gleichgestellt sind sie bei weitem nicht. Seit November 2013 bestand bereits die Möglichkeit bei einer Uneindeutigkeit des Geschlechts nach der Geburt auf einen Geschlechtseintrag zu verzichten[3].

Obwohl nicht medizinische Operationen des Genitals eines Kleinkindes unzulässig sind werden in Deutschland gehäuft ebendiese kosmetischen Operationen durchgeführt. Traumata, Geschlechtsdysphorien, Depressionen können Folgen der Operationen sein[4].

Begriffsübersicht[5]:

HermaphroditHerm:
Hermaphrodit ist eine veraltete medizinische, diskriminierende Bezeichnung für *Menschen und sollte von endogeschlechtlichen Menschen nicht benutzt werden. Manche inter*Menschen verwenden allerdings „Herm“ als positive Eigenbezeichnung.

Inter, IntersexIntergeschlechtlichkeit :
Inter*Menschen sind Menschen, deren körperliches Geschlecht (beispielsweise die Genitalien oder die Chromosomen) nicht der medizinischen Norm von ‘eindeutig’ männlichen oder weiblichen Körpern zugeordnet werden kann, sondern sich in einem Spektrum dazwischen bewegt. Bis heute werden inter*Kinder nach der Diagnose zu einem (meistens dem weiblichen) Geschlecht umoperiert mit teilweise erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen und psychischen Problemen.

Link-Liste für Beiträge zur Intergeschlechtlichkeit:

Männlich oder Weiblich? Das Dritte Geschlecht: WDR-DOKU

Wie kommt Intersexualität zustande – SRF-Beitrag

https://www.youtube.com/results?search_query=intersexuell

Was bedeutet Intergeschlechtlichkeit? – Interview


[1] https://www.die-goetter.de/hermaphroditos-griechischer-gott

[2] https://www.arbeitsrecht-weltweit.de/2019/01/15/divers-einfuehrung-eines-dritten-geschlechts-und-auswirkungen-fuer-die-praxis/

[3] §22 Abs.3 Personenstandsgesetz

[4] https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sexualitaet/intersexualitaet/intersexualitaet-operationen-100.html

[5] https://queer-lexikon.net/